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Neugestaltung der Weed

Handzeichnung einer möglichen Gestaltungsvariante der Weed
Gestaltungsvorschlag Weed (Hr. Lenz, Planungsgruppe Darmstadt)

Die Weed, oder auch Wett, Wät oder Wätte war in den fränkischen Dörfern weit verbreitet. Sie ist ein künstlich angelegter Tümpel oder Teich, oft auch ein befestigtes oder ausgemauertes Wasserbecken mit begehbaren Rampen. Die Weed (von "waten") wurde hauptsächlich als Pferdeschwemme und als Viehtränke genutzt. Sie diente aber auch als Feuerlöschteich. Deshalb war die Weed immer an zentraler Stelle im Dorf gelegen und selbst im trockenen Sommer nie ohne Wasser.

In Kaichen ebenfalls an zentraler Stelle gelegen, diente die Weed nicht nur als Viehtränke (Brunnen und Tröge) sondern auch als “Badewanne“ für Fuhrwerke mit Speichenrädern. Mit dem Befahren des Wasserbeckens sollten die ausgetrockneten hölzernen Speichen durch Aufquellen wieder befestigt und somit gesichert werden.

Heute ist die Weed eines der markanten Wahrzeichen in Kaichen. Leider sprudelt aus der Brunnensäule kein Wasser mehr. Die Tröge sind leer und haben Risse. Das Becken zur Stabilisierung der hölzernen Fuhrwerkspeichen wird nicht mehr benötigt und ist seit geraumer Zeit zugeschüttet. Auch die Mauer, welche als Sicherheitsbarriere diente, befindet sich in einem restaurierungsbedürftigen Zustand.

Der Verein Dorfentwicklung Kaichen e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, den an sich schönen und markanten Dorfplatz rund um die Weed und die Weed selbst zu sanieren und wieder freundlicher zu gestalten. Zukünftig soll dieser Dorfplatz, wie schon in frühen Zeiten, zum Rasten und Verweilen einladen.

Was soll gemacht werden?

Zunächst ist es wichtig, dass die vorhandenen Sandsteinbauteile (Brunnensäule, Wassertröge und Mauerabdeckung) gereinigt und ausgebessert werden. Zudem sind die Tröge abzudichten oder auszukleiden, denn es wird angestrebt, das Wasserumlaufsystem wieder zu aktivieren damit es im Sommer betrieben werden kann.

Die Mauer im Bereich der Weed soll neben der Sandsteinreinigung ausgebessert und neu verputzt werden, um sie vor einem weiteren Zerfall zu schützen und optisch aufzuwerten.

Weiterhin sollen die zur Zeit noch asphaltierten Flächen um die Weed mit Blaubasalt gepflastert und der Pflasterung der Brunnenstraße angepasst werden.

Der Bereich zwischen Brunnen und Mauer ist zur Zeit mit Kies bedeckt, in dem sich Moos und Unkraut ausbreiten. Eine laufende Reinigung dieses Abschnittes des Dorfplatzes ist sehr aufwendig, weshalb dieser Bereich verbessert werden soll, ohne den Charakter des Platzes zu stark zu verändern. Daher wurde vorgeschlagen den Kies durch helles Pflaster zu ersetzen, was das Denkmalschutzamt bereits (mündlich) akzeptiert hat.

Da der Dorfplatz darüber hinaus etwas kahl wirkt, soll die Weed bzw. die Brunnenstraße in gebührendem Abstand zur Brunnenanlage und den angrenzenden Gebäuden “dezent“ begrünt werden. Angedacht ist,  2 bis 3 kleinwüchsige Bäume zu pflanzen, deren genaue Platzierung mit dem Denkmalschutz und den Anliegern noch festgelegt werden muss.

Alles in allem soll mit den beschriebenen Maßnahmen der erste Schritt getan werden, um die Kaichener Dorfmitte optisch zu verschönern, aufzuwerten und wieder zu einem lebendigen Dorfkern zu machen. 

Was ist geschehen?

Mit erheblichen Eigenleistungen, großzügigen Sachspenen verschiedener Kaicher Betriebe und finanzieller Unterstützung der Stadt sowie des hessischen Dorferneuerungsprogramms wurde die Weed im Sommer 2012 fertig gestellt.An der EInweihungsveranstaltung nahmen annährend 100 Bürgerinnen und Bürger teil.